Kaffeepause

Einfach abschalten und durchatmen. Dazu einen Kaffee trinken und die Welt wird ruhig. Keine Medien, sämtliche offenen Fenster am Macbook sind geschlossen und die Gedanken schweifen in die Ferne.

Ich stehe so ziemlich unter Dauerstress derzeit, weil es notwendig ist, seit Anna ausgefallen ist und ich sämtliche Aufgaben übernommen habe. Obendrauf kommt noch die gute Pflege von meinem Schatz, denn mir geht es nur gut, wenn es ihr gut geht. Die dunkelsten Tage unseres Lebens haben wir zusammen überstanden und die restliche Zeit wird schon werden. Ich blicke nach vorn und wie in der Vergangenheit behalte ich mir vor erneut recht zu behalten. Das gibt Kraft und stimmt positiv.
Nebenher halte ich den Kindern noch den Rücken frei, damit sie sich für ihr weiteres Leben aufstellen können. Doch manchmal brauche ich einen Moment nur für mich, was in einem offenen Haus so etwas wie ein Kunststück ist.

Dann kann mir das ganze Chaos egal sein, auch wenn mir bewusst ist, dass es woanders nicht besser aussieht. Für mich braucht alles seinen Platz und zwar so, dass die Schränke übersichtlich eingeräumt sind und noch zu gehen. Meine Welt tendiert in die Richtung Minimalismus, weil ich nur so klare Gedanken fassen und Ordnung halten kann. Der Haushalt, den ich sozusagen von Anna übernommen habe, steht meiner Welt deutlich entgegen. Sie hat es immer geschafft, dass es sauber und ordentlich war. Ich kann das so nicht weiterführen. Was bleibt? Meine Ansprüche müssen zurückstecken und so kommt es, dass ich die meiste Zeit an meinem Schreibtisch unter der Treppe verbringe. Nicht auf dem Sofa oder am Esstisch, was daran liegt, dass mir diese Positionen einen Blick auf das gewähren, was ich nicht mag.
Was soll ich sagen, zum Ändern fehlt mir einfach die Zeit und Energie. Da kommt eine kurze Kaffeepause sehr gelegen, damit ich gedanklich dem Chaos entfliehen kann. Anna kann mir leider nicht helfen und irgendwie geht es immer weiter. Das hat stets funktioniert und warum sollte es nun eine Pause davon geben. Insgesamt kommen wir gut zurecht und brauchen noch keine Hilfe von Aussen. Vielleicht irgendwann mal eine gute Fee für den Haushalt, aber dass ist bis auf weiteres nicht nötig.

Noch den letzten Schluck Kaffee und tief Luft holen. Die Gedanken zurechtrücken und weiter gehts, denn in der Küche gibt es wieder was zu tun. Irgendwie habe ich das Brotbacken angefangen, seitdem uns bewusst wurde das vieles nicht am Brot, sondern an dem Backprozess selber liegt. Vermutlich ist es die Hefe und nicht das Mehl. Daher pflege ich nun zu meinen ganzen Tätigkeiten meinen Sauerteig. Einen Namen hat er noch nicht, doch wir bauen so langsam eine persönliche Beziehung auf.

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Für alles kommt Zeit